Freitag, 19. Januar 2018

Der Tod ist das beste Schmerzmittel

Der Tod ist das beste Schmerzmittel

und wenn ich mir selbst die Seele von den Knochen schäle
und schaue wie ich in Meeren ausblute
und keiner mich versteht in keiner Sprache
und ich unter Tausenden die Einsamkeit trainiere

ist es doch Meinesgleichen
dessen Herz im Gleichklang stillsteht
und ich trotz Dunkelheit und Stille
niemals allein bin

weil unter tausend Tausenden
einer für mich wie ich ist

Mittwoch, 30. März 2016

Ein Traum in Neon

Nun stehe ich dort
am Rand meiner Selbst und
schaue ihnen zu
den Elektro-Ogern
wie sie aus ihren Techno-Kirchen tropfen
ihrer Geschlechter verlustig
und die Reste ihrer Geister
im Beutel um den Hals tragend

Emotionsneutren in Neontuch
gegossen zu lichtscheuen Fahlfleischen
gehalten im Raum
von der Luft um sie
und Augen, welche offen
das gleiche sehen wie geschlossen
huldigen sie ihren Fantasiegötzen
aus halluzinogengeborenen Träumen
während ihre Tränen
wie kaltes Fieber
ihnen lautlos über den Leib ziehen

Freitag, 4. März 2016

Schneedecken

Zugeschneit aus einem Meer aus Decken
In dem Weiß liegt sie da und schaut
Nach den Wolken und der Sonne und
Was sich sonst anbietet für einen Tag
Den sie sich schon herträumte
Und nun mit Genugtuung empfängt

Freitag, 3. Juli 2015

Eine Idee von Sand

Schau sie dir an
die feisten Sonnenfleische
feilschen dickbäuchig über Stoff
der zwei Meter weiter die Hälfte kostet

Schweinsfarbene Schweißmeere
auf zu kleinen Laken
versuchen die letzen Beweise
über Fremdland-Aufenthalte zu sammeln
während ich im schattengeküssten Nichts 
ihren Schmerz inhaliere 

Montag, 27. April 2015

Vegeterrorismus

Zwischen Ökosatanisten
und Grünkern-Nazis
kaue ich mit von
Herzen kommender Gleichgültigkeit
auf meiner Stanzware
aus Tierkadavern und Fettresten
während mir die Klagelieder
der Judas-Moralapostel
die Ohren küssen

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Es weht ein Wind durchs Leben

Es ist wenn die Narben jucken
und der Bart sich aufstellt
dass sich der Orkan aufmacht
die Lebenden zu besuchen

Es ist wenn die Seelen ermüden
und der Geist sich einstellt
dass sich der Orkan aufmacht
die Lebenden zu verfluchen

Es ist wenn der Tod heimkehrt
und die Sense ins Eck stellt
dass sich keiner aufmacht
die Lebenden zu suchen

Donnerstag, 6. Juni 2013

Prachtgewitter

Zwischen feisten Paradiesvögeln
und schillernden Skarabäen
bewege ich den Schnabelschuh
zum Klang längst verdrängter Stücke
während mir Perlhuhnsocken
und ein angebrachtes Maß Arroganz
die gebührende Aufmerksamkeit verschaffen